Inkontinenz – Sie sind nicht allein

Inkontinenz betrifft in Österreich hunderttausende Menschen jeden Alters und zählt damit zu den häufigsten Volkskrankheiten. Trotz der Häufigkeit ist das Thema nach wie vor mit Scham besetzt. Dadurch bleibt eine „undichte" Blase oder ein schwacher Darm oft unbehandelt, obwohl zahlreiche wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die MKÖ engagiert sich seit vielen Jahren für Menschen mit Blasen-, Darm- sowie anderen Beckenbodenproblemen und möchte dazu beitragen, Inkontinenz zu enttabuisieren und Betroffenen den Weg zu professioneller Hilfe zu erleichtern.

Inkontinenz ist kein unabänderliches Schicksal — in den meisten Fällen kann wirksam geholfen werden!

Häufige Formen der Inkontinenz

Harninkontinenz

Der unfreiwillige Verlust von Urin kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Formen sind:

  • Belastungsinkontinenz: Harnverlust bei körperlicher Belastung (Husten, Niesen, Heben)
  • Dranginkontinenz: Plötzlicher, starker Harndrang mit unwillkürlichem Urinverlust
  • Mischinkontinenz: Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz

Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz bedeutet den ungewollten Verlust von Darminhalt am falschen Ort zur falschen Zeit. Sie reicht von gelegentlicher, geringer Verschmutzung der Unterwäsche bis zum täglichen massiven, unkontrollierten Abgang von Winden und flüssigem, breiigem oder festem Stuhl. Mehr als zwei Drittel aller Fälle können ohne Operation weitgehend bis vollständig geheilt werden.

Nykturie (Nächtlicher Harndrang)

Wird mehr als ein Drittel der gesamten täglichen Harnmenge nachts ausgeschieden und/oder wacht man öfter als 2x pro Nacht wegen heftigen Harndrangs auf, spricht man von Nykturie. Oft ist das gehäufte nächtliche Wasserlassen eine Begleiterscheinung einer Erkrankung wie Diabetes mellitus, Herzmuskelschwäche, Nierenschwäche oder einer überaktiven Blase.

Enuresis (Bettnässen)

Enuresis ist die häufigste Form des kindlichen Einnässens und bedeutet ungewollter Harnverlust an mindestens zwei Nächten im Monat (in ganz wenigen Fällen bleibt das Problem bis ins Erwachsenenalter bestehen). Die Ursachen sind eine kleine Blasenkapazität, große Nachtharnmengen und eine schwere Weckbarkeit, wodurch die Kinder den Harndrang während des Schlafes nicht spüren. Auch falsche Trinkgewohnheiten können nachts die Blase zum Überlaufen bringen. Psychische Faktoren sind selten der Auslöser, sondern oft eher die Folge von unbehandeltem Einnässen.

Was können Sie tun?

MKÖ – Gemeinsam für Kontinenz